Supermärkte in Wien

Chart: Supermärkte in Wien
Chart: Supermärkte in Wien

Als ich vor über 5 Jahren von München nach Wien gezogen bin ist mir sofort die enorme Dichte an Supermärkten aufgefallen. In München, obwohl nahe an der Innenstadt lebend, hatte ich nicht einen Supermarkt in Gehweite sondern musste zum Einkaufen immer die U-Bahn nehmen. Bei meinen bisherigen Wohnungen in Wien hatte ich jeweils innerhalb von 5 Gehminuten 2-3 Supermärkte.

Was liegt also näher als an einem bewölkten Nachmittag den inneren Statistikfreak etwas zu befriedigen und sich etwas genauer mit Supermärkten in Wien zu beschäftigen? ;)

Basierend auf den offiziellen Bezirksportraits 2012 und den Standortdaten von Spar, Billa und Merkur wurden also erstmal interessante Daten (Einwohner, Fläche, Supermarktfilialen) für jeden Bezirk ermittelt.

Ergebnis für Wien

Vorab das Ergebnis für Wien insgesamt: Den auf 414,868 Quadratkilometer lebenden 1.766.766 Wienern (Stand 2012) stehen (Stand 03.05.2015) insgesamt 430 Filialen von Spar, Billa und Merkur zur Verfügung.

Pro Quadratkilometer Fläche finden sich in Wien also exakt 1,04 Filialen der Platzhirsche Spar und REWE. Auf 1.000 Einwohner gerechnet kommen 0,24 Supermärkte oder anders ausgedrückt: Durchschnittlich müssen sich in Wien 4.167 Einwohner einen Supermarkt teilen.

Einzelne Auswertungen

Basierend auf den gesammelten Daten lassen sich nun natürlich alle möglichen und unmöglichen Statistiken erstellen und grafisch darstellen.

Supermarktdichte

Wien: Supermärkte pro Quadratkilometer Fläche

Wien: Supermärkte pro Quadratkilometer Fläche

Wenig Überraschungen gibt es bei der Auflistung von Supermärkten nach Fläche. Die großen Flächenbezirke im Süden, Südwesten und über der Donau haben gemessen an der Fläche die wenigsten Supermärkte.

Den letzten Platz nimmt hier Penzing mit 0,3 Supermärkten/Quadratkilomete ein, davor finden sich noch die Donaustadt (0,42) und Hietzing (0,45).

Am dichtesten mit Supermärkten versorgt sind die kleinen, wohlhabenden, inneren Bezirke Josefstadt (8,26 Supermärkte/Quadratkilometer), Neubau (8,08) und Wieden (7,89).

Nicht außer Acht lassen darf man hier natürlich teilweise große, unbebaute Flächen in den äußeren Bezirken.

Supermärkte pro Einwohner

Wien: Supermärkte pro 1.000 Einwohner

Wien: Supermärkte pro 1.000 Einwohner

Interessanter als die Auswertung nach Fläche ist dann schon die Auswertung nach Einwohnerzahl.

Als großer Ausreißer präsentiert sich hier wenig überraschend die Innere Stadt (0,99 Supermärkte für 1.000 EW) mit vergleichsweise wenig Einwohnern aber aufgrund von Touristen und Arbeitnehmern sehr hohen Anzahl von potenziellen Kunden.

Davon abgesehen sind auch in dieser Statistik die Bewohner der inneren Bezirke wieder am besten versorgt was für mich doch etwas überraschend kommt, da Grundstückspreise und Mieten in den Außenbezirken sicher geringer sind als in der Innenstadt. Eventuell verteilen sich (aufgrund der Arbeits- und Bevölkerungsstuktur?) in diesen Bezirken die Einkaufenden einfach besser auf den gesamten Tag sodass weniger parallele Filialen benötigt werden?

Klar aus dem Raster gut versorgter Innenstadtbezirke fällt allerdings der 5. Bezirk, der von Platz 5 bei Supermärkten/Quadratkilometer weit auf Platz 14 bei Supermärkten/1.000 Einwohnern zurückfällt und damit meinen subjektiven Eindruck ob der ständigen Überfüllung der hiesigen Supermarktfilialen klar bestätigt.

Einen Sprung nach vorne im Vergleich zur Betrachtung nach Fläche machen die Nobelbezirke Hietzing und Döbling – die dortigen Einwohner erwarten wohl einfach eine gewisse Atmosphäre auch beim Einkaufen von Lebensmitteln, ohne lange Wartezeiten und Gedränge überall.

Durchschnittseinkommen

Wien: Durchschnittseinkommen 2012

Wien: Durchschnittseinkommen 2012

Unterstützt werden sowohl die These über Margareten als auch Hietzing und Döbling vom jeweiligen Durchschnittseinkommen im Jahr 2012. Margareten fällt hier bei den inneren Bezirken ebenso klar ab wie Hietzing und Döbling ein viel höheres Durchschnittseinkommen als die anderen Bezirke haben. Einzig die Supermarktdichte in Währing und Penzing ist bezogen auf das Durchschnittseinkommen vergleichsweise gering.

Spar-Rewe-Ratio

Wien: Spar-REWE-Ratio

Wien: Spar-REWE-Ratio

Neben den genannten Statistiken lassen sich natürlich noch weitere Werte ableiten, z.B. das Verhältnis von Spar -und REWE-Filialen (Billa, Merkur) in den einzelnen Bezirken.

Für Wien insgesamt und auch die meisten Bezirke bestätigt sich das subjektive Bild, dass es an jeder Ecke eine Billa-Filiale aber nicht überall eine von Spar gibt. Insgesamt gibt es Wien 1,85 so viele REWE- wie Spar-Filialen.

Mit Penzing (0,43) gibt es in ganz Wien nur einen einzigen Bezirk, in dem es mehr Spar-Filialen als solche von Billa oder Merkur gibt. Die Waage hält es sich nur noch in Mariahilf und Währing, in allen anderen Bezirken gibt es jeweils mehr REWE-Filialen. Am höchsten ist die REWE-Dominanz in der Brigittenau, Margareten und Rudolfsheim-Fünhaus.

Rohdaten

Generell bin ich nur ein Laie was Statistik angeht, ich bin mir also sicher, dass alle angeführten Aspekte auch genau gegenteilig interpretiert werden können. Wer seine eigenen Auswertungen machen möchte findet hier auch die Rohdaten in Excel-Form.

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